Nationaltheater

Das Nationaltheater von Belgrad wurde in den späten 1860er Jahren erbaut und war seit dem das kulturelle Zentrum Serbiens. Es wurde an den heutigen Republikplatz von den besten serbischen Architekten der Zeit gebaut und war seit dem der Stolz des Volkes. Die Halle des Nationaltheaters wurde für Anlässe aller Art genutzt: von serbischen Rebellen bis hin zum ersten formalen Parlament mit der ersten Konstitution Serbiens 1888. Heute ist der Nationaltheater für tägliche Vorstellungen geöffnet. Die Größe des Theaters erlaubt es, auch mehrere Vorstellungen gleichzeitig laufen zu lassen. Der Eintritt ist den Vorstellungen entsprechend unterschiedlich.

Das Gebäude wurde einst mit einem Blick auf die Renaissance konstruiert, doch zu einem späteren Zeitpunkt komplett renoviert und überarbeitet, so dass es in dem heutigen Zustand erscheint. In der sowjetischen Zeit wurde es unaufhörlich erneuert, restauriert, verändert und mit Zusätzen versehen, seit 1986 erscheint es jedoch wieder wie es sich einst 1922 der Öffentlichkeit präsentierte. Interessant dabei war, dass es auch dann Vorstellungen gab, als an ihm gebaut wurde.

Das Nationaltheater blieb das Herz Serbiens und das Zentrum seiner Kultur während des gesamten 20. Jahrhunderts. Mit Vorstellungen, Wohlfahrtsveranstaltungen und Bällen für alle sozialen Klassen. Der wohl bekannteste Moment, in dem das Theater geöffnet blieb, ist, als die NATO 1999 die Stadt bombardierte und den Einwohnern erlaubt war, für nur einen Dinar eine Vorstellung zu sehen. Dadurch, dass die NATO und die Rebellen eine Bombardierung des Theaters verweigerten, konnten Tausende von Belgrader sich hier vor den Bombardierungen schützen. Die Vorstellungen wurde ununterbrochen gegeben, um die Flüchtlinge von den Geschehnissen außerhalb des Theaters abzulenken.