Bajrakli-Moschee

Die Bajrakli-Moschee ist eine der bekanntesten und ältesten Gebäude in Belgrad. Sie wurde von den ottomanischen Besetzern um 1575 erbaut und war eine von insgesamt 273 Moscheen, die während der Besetzung Serbiens durch das islamische Imperium, errichtet wurden. Sie besteht aus nur einer Kuppel und einem Minarett, anders als bei den meisten Moscheen mit zwei oder vier Minaretten. Die Moschee war ein Geschenk eines reichen Stoffhändlers namens Hajji-Ali und hieß ursprünglich Cohadži-Moschee, auf den Schenker hinweisend. Der wesentlich modernere, heutige Name leitet sich von der Flagge ab, die gehisst wurde, um die Gläubigen darauf hinzuweisen, dass es Zeit ist zum Gebet. Sie nutzte diese Flagge, um den anderen Moscheen zu signalisieren, dass der Muezzin ausrufen musste. Sie war die Leitmoschee für alle anderen in Belgrad, die größte und die älteste zugleich.

Die Bajrakli-Moschee ist die einzige heute noch stehende Moschee von den ursprünglich über 270 und hat eher durch glückliche Zufälle all die Jahrhunderte überlebt. Als im 18. Jahrhundert die Österreicher die Ottomanen aus Belgrad vertrieben, wurde die Moschee kurzerhand in eine römisch-katholische Kirche umgewandelt. Ali Pasha, ein türkischer Feldherr, ließ sie jedoch um 1741 wieder in eine Moschee ändern. Im 19. Jahrhundert setzen serbische Adelige die Moschee wieder in Stand, um den hier lebenden Moslems zu zeigen, dass sie keinen Religionskonflikt wünschten. Die zahlreichen Restaurationen und die verschiedenen Glaubensrichtungen, die sie im Laufe ihres Lebens beherbergte, sind heute noch in der Moschee zu sehen und machen sie einzigartig in ihrer Art.

Mit viel Glück entging sie im zweiten Weltkrieg der Bombardierung, in der darauf folgenden Besetzung der Sowjets und der Entstehung Jugoslawien sowie dessen Bruch und den damit verbundenen zahlreichen Konflikten. Unglücklicherweise wurde sie - zu friedlichen Zeiten! - im Jahr 2004 von Brandstiftern erheblich beschädigt, wobei zahlreiche unschätzbare religiöse Kunstobjekte zerstört wurden. Belgrader, die serbische Regierung und weltweite Hilfen haben die Restaurierung möglich gemacht. Sie wird heute noch genutzt und ist den Besuchern zugänglich gemacht. Es ist darauf zu achten, dass man die islamischen Regeln hier beachten muss.